Was braucht es, damit Menschen miteinander ins Gespräch kommen können und sich alle miteinander wertgeschätzt fühlen? Es braucht das Wissen und die Erfahrung darum, dass ich als Person eine eigene Meinung habe und auch haben darf. In diesem Sinne zielte der zweite Workshoptag mit den Vertreter*innen der Flex-Klassen darauf, genau diese Erfahrungen machen zu können.

Gespannt darauf, wie "gut" - das ist die Perspektive der "erwachsenen" Menschen - die Sechs- bis Achtjährigen ihre eigene Meinung ausdrücken und auch begründen können, begannen Sonja und Holger den Tag erneut mit einigen Namensspielen, um schließlich die eigene Meinung und den Umgang damit in den Mittelpunkt zu rücken.

Eine schöne Form, die eigene Meinung auszudrücken, ohne dabei etwas sagen zu müssen, ist eine Positionierung, die oft als "Barometer" benannt wird: Zu einer Aussage können sich die Kinder entlang einer auf den Boden geklebten Linie zwischen den beiden Polen "Finde ich gut" und "Finde ich nicht gut" aufstellen, um ihren Grad der Zustimmung darzustellen.

In einem zweiten Schritt können dann die Personen auf ihren jeweiligen Positionen dazu befragt werden, warum sie genau dort stehen. Die jungen Klassensprecher*innen entwickelten ihre Meinungsäußerungen und Begründungen innerhalb der Übung überraschend schnell. Ob die Kinder in Berlin das auch so drauf haben? Fragen wir nachher mal das Team aus der Stadt mit dem dicken "B"...

Um das mit der eigenen Meinung noch ein bisschen zu vertiefen, traten als Teil zwei erneut die "Musikalischen Stühle" in Aktion.

Und da für ein Ziel des gesamten Workshops, nämlich die erste Sitzung des Kinderparlamentes, nicht nur die jeweiligen Meinungen der Kinder gefragt sind, sondern ebenso bürokratische Rituale wie z. B. die Ämtervergabe für jede Sitzung und das Einbringen der Wünsche der jeweils eigenen Klasse, wurden heute außerdem unterschiedliche Elemente der Schülerinnen- und Schülervertretung besprochen. Dazu gehören unter anderem eine "Wandzeitung"und das "Klassenratsbuch". Und wie wird so etwas am besten besprochen...? Also erklären dann die sogenannten Expertinnen und Experten, wie das geht und alle Nichtwissenden werden wie leere Trichter mit Wissen gefüllt? Nö! Besser geht das so: Die Kinder, die es erklären konnten, erklärten es den anderen, die dazu Fragen hatten. Wenn sie nicht weiter wussten, konnten Holger und Sonja noch ein bisschen dazu erzählen, was sie darüber wussten. Warum sollte es auch anders sein? Weil jeder Mensch ist doch eine Expertin bzw. ein Experte...

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