V.I.P.eers im Zug | Foto: Christoph Klinger © ROPE

Darmstadt Hauptbahnhof, Freitagmorgen, 18. Juli 2008: Der Leiter der Darmstädter Delegation beim Europäischen Jugendkongress in Kapfenberg / Österreich, Christoph Klinger, macht einen entspannten Eindruck: "Wir haben ein paar Powerpointpräsentationen zum Thema 'Interkulturelle Situation in Deutschland' und 'Deutschland als Einwanderungsland' in der Tasche, wir haben für jeden nicht nur ein Zugticket zweiter Klase, sondern sogar eine Sitzplatzreservierung bis in die Steiermark. Und wir sind zuversichtlich, dass das Wetter deutlich besser wird!"

Tatsächlich hat Herr Klinger noch mehr in der Tasche, die aus allen Nähten platzt, Gastgeschenke satt: Natürlich deutsches Bier, natürlich deutsche Würste, natürlich deutschen Senf. "Es geht – wie immer bei Veranstaltungen dieser Art – auch darum, mit Klischees und Vorurteilen über andere Nationen aufzuräumen. Deswegen habe ich mich mit den V.I.P.eers ganz bewußt für Bier und Würstchen entschieden, denn die Deutschen essen heute wesentlich öfter Döner als Wurst und trinken im Schnitt mehr Wein als Bier! Damit wird das Beharren auf dem überholten Klischee quasi zur paradoxen Intervention, gerade auch dadurch, das diejenigen, die beim deutschen Abend die Dirndeln und Lederhosen tragen werden, Nassim, Rachid, Eun-Cheong und Essayas heißen!"

Erstaunlich, dass Herr Klinger schon am frühen Morgen bereit ist, Auskunft über sein Verständnis eines zeitgemäßen Deutschlandbildes zu geben. Das zeichnet ihn aus.

Wie immer pünktlich (auch so was vermeintlich Deutsches!) erscheinen die V.I.P.eers am nicht einmal vereinbarten Treffpunkt (der gesunde Menschenverstand besagt von selbst, dass man sich am besten am Eingang trifft)! Paul Peter Czekalla, dem man seinen eigenen Migrationshintergrund (halber Pole) immer dann anmerkt, wenn er noch unausgeschlafen ist, weil er dann das "r" sehr polnisch rollt, hat offenbar die Nacht vor Aufregung kein Auge zugetan. Er würde gerne nach Georgien, aber Herr Klinger teilt unmißverständlich mit, dass es heute 'nur' nach Österreich geht.

Die übrigen V.I.P.eers erledigen V.I.P.eer-mäßig noch letzte Handy-Gespräche und versuchen herauszufinden, wer an Spielkarten für die über 10-stündige Fahrt gedacht hat und wer nicht. Es stellt sich schnell heraus, dass niemand daran gedacht hat, und der Ein-Euro-Shop gibt leider auch nichts her. Zum Glück haben die weiblichen V.I.P.eers Zuckerschoten in der Tupperdose mitgebracht. Mit etwas Phantasie und handwerklichem Geschick, lassen die sich zu Schachfiguren umschnitzen (man hat ja Zeit)!

Wir wünschen eine erfolgreiche Gipfelteilnahme und sind gespannt auf den Reisebericht unserer Delegation!

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